Ausländische Unternehmen stellen uns öfters Fragen über neue Gesetze oder Verordnungen in den Niederlanden. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern beantworten wir diese Fragen. KroeseWevers ist seit letztem Jahr einer unserer Partner. Mittels diesem Blog teilen wir unsere Fachkenntnisse mit international orientierte Unternehmen. Auf diese Weise helfen wir internationale Unternehmen zu wachsen: ‟We grow Trade”. Eine Frage die in den letzten Woche öfters gestellt wurde betrifft die sogenannte Regelung ‟Aanwijzing Directeur Groot-aandeelhouder”.

 

Arbeitnehmerversicherungen in den Niederlanden

Arbeitnehmer in den Niederlanden sind über eine Anzahl von Gesetzen automatisch versichert. Wenn ein Arbeitnehmer seine Arbeit verliert oder durch körperliche Beeinträchtigungen nicht mehr, oder nur noch teilweise arbeiten kann, hat er Anspruch auf eine Leistung aus den Arbeitnehmerversicherungen.

Geschäftsführender Gesellschafter (DGA)

Ein Geschäftsführender Gesellschafter (DGA) wird im Normalfall in den Niederlanden als Arbeitnehmer angesehen. Trotzdem qualifiziert er für die Arbeitnehmerversicherungen sehr oft als Unternehmer, und braucht keine Prämien für die Arbeitnehmerversicherungen zu zahlen. Die neue „Regeling aanwijzing directeur-grootaandeelhouder“ regelt in welcher Situation man als DGA Prämien für die Arbeitnehmerversicherungen zahlen muss. Die neue Regelung war zwingend notwendig in Zusammenhang mit der Einführung der sogenannten Flex-BV am 1. Oktober 2012.

Die neue Regelung gilt nur für einen DGA einer Niederländischen BV (GmbH) oder einer Niederländischen NV (AG). Wenn ein DGA in den Statuten als Geschäftsführer aufgeführt wird, ist er unter bestimmten Voraussetzungen nicht pflichtversichert in den Niederländischen Arbeitnehmerversicherungen. Ein DGA der nicht als Geschäftsführer aufgeführt wird, ist im Prinzip pflichtversichert.

Neue Regelung ab dem 1. Januar 2016

Durch die neue Regelung ist es möglich, dass ein DGA, der vorher nicht pflichtversichert war, ab dem 01.01.2016 in der neuen Regelung möglicherweise Prämien zahlen und mit höhere Kosten rechnen muss. In der neuen Regelung gilt immer noch, dass ein DGA, der als Geschäftsführer über seine eigene Kündigung bestimmen und eine eventuelle Kündigung rückgängig machen kann, nicht pflichtversichert ist, da er weisungsunabhängig ist.

Alte Regelung

In der alten Regelung spielte Gleichberechtigung bei der Abstimmung in der Generalversammlung über die Ernennung und Kündigung eines Geschäftsführers eine Rolle. In der alten Regelung musste man in den Statuten als Geschäftsführer aufgeführt werden um die Versicherungspflicht zu entkommen. In der neuen Regelung muss ein Geschäftsführer Anteile besitzen damit er nicht pflichtversichert ist.

Gleichberechtigung

In der neuen Regelung spielt Stimmgerechtigkeit in der Generalversammlung keine Rolle mehr, sondern sind Anteile am Grundkapital der Gesellschaft entscheidend. Ein DGA ist z.B. nicht pflichtversichert wenn er gegen seinem Willen gekündigt werden kann, es aber mehrere Gesellschafter gibt die jeweils alle die gleiche Zahl an Anteile besitzen (z.B. vier Gesellschafter, inklusive der DGA besitzen alle jeweils 25% der Anteile).

Familienmitglieder

Ab dem 1. Januar 2016 ist ein Anteil am Grundkapital der Gesellschaft entscheidend. Ein Gesellschafter, der zusammen mit seinem Ehepartner oder Familienmitglieder bis dritten Grades selbständig über seine Kündigung entscheiden kann, oder mindestens 2/3 aller Stimmrechte ausüben kann bei einem Beschluss über das einstellen oder kündigen eines Geschäftsführers, ist nicht pflichtversichert. Auch ein Ehepartner, der laut den Statuten ebenfalls Geschäftsführer ist und selbst mindestens einen Anteil am Grundkapital der Gesellschaft besitzt, ist nicht pflichtversichert.

Folgen

Durch die neue Regelung kann es passieren das Geschäftsführer die vorher nicht pflichtversichert waren, nun Prämien für die Niederländische Arbeitnehmerversicherungen zahlen müssen. Dadurch können erhebliche Mehrkosten für das Unternehmen entstehen. Es ist jedoch nicht in jeder Situation einen Nachteil pflichtversichert zu sein. Sie brauchen in diesem Fall z.B. keine (teure) private Versicherung gegen Arbeitsunfähigkeit abzuschließen.

Es kann passieren, dass Gesellschafter die glaubten unter der alten Regelung gesetzlich versichert zu sein, dies in der neuen Regelung nicht mehr sind. Informieren Sie sich daher rechtzeitig ob Sie als geschäftsführender Gesellschafter eines niederländischen Unternehmen unter der neuen Regelung weiterhin keine Prämien für die Arbeitnehmerversicherungen abführen müssen oder ob Sie ab jetzt pflichtversichert sind. Wir informieren Sie gerne!

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